Rohrbruch: Warum exakte Schadensbewertung zählt

Ein komplexer Fall von Rohrbruchschäden endete mit einer bedeutenden Nachzahlung durch einen Versicherer. Der Versicherungsombudsmann stellte fest, dass die ursprünglich durchgeführte Schadenberechnung ungenau war und verlangte eine präzisere Berechnung.Dieser Fall verdeutlicht, wie wichtig eine korrekte und transparente Schadensermittlung bei Versicherungsfällen ist – insbesondere bei komplexen Sachverhalten wie Rohrbrüchen.

Der Fall im Detail

In einem versicherten Gebäude wurden sechs Rohrbrüche auf einer Länge von 14 Metern in einer Abflussleitung festgestellt. Zusätzlich traten 21 weitere nicht versicherte Schäden auf, darunter Axialverschiebungen und Wurzeleinwüchse. Die Gesamtkosten für die Reparatur dieser Mängel beliefen sich auf 9.637,75 Euro. Um den ersatzfähigen Anteil zu berechnen, entschied sich der Versicherer für eine simple Aufteilung der Gesamtkosten durch die Anzahl aller Schäden (27) und multiplizierte das Ergebnis mit der Anzahl der versicherten Rohrbrüche (6). Dies führte zu einer Entschädigungssumme von 2.141,73 Euro.

Die Kritik des Ombudsmanns

Der Ombudsmann bemängelte diese Berechnungsmethode. Er wies darauf hin, dass die konkrete Reparatur der Rohrbrüche separat ermittelt werden müsse, anstatt die Kosten der nicht versicherten Schäden pauschal einzubeziehen. Eine exakte Schadenskalkulation sollte sich ausschließlich auf die versicherten Schäden beziehen und die notwendigen Maßnahmen berücksichtigen.

Der Ombudsmann stellte fest, dass die notwendige Baustelleneinrichtung allein 499 Euro netto kostete, während der Preis für einen Meter Inliner mit 375 Euro netto veranschlagt wurde. Somit fielen allein für die Reparatur der sechs Rohrbrüche Kosten von 2.250 Euro netto an. Darüber hinaus waren spezielle Geräte wie ein Rohrortungsgerät und ein Fräsroboter erforderlich, um den Wurzeleinwuchs zu beseitigen und die Rohrbrüche ordnungsgemäß zu reparieren.

Die Folgen der Nachprüfung

Aufgrund dieser präzisen Hinweise forderte der Ombudsmann eine erneute Überprüfung des Falls durch einen externen Sachverständigen. Nach eingehender Prüfung der Unterlagen wurden die schadenbedingten Reparaturkosten auf 5.128 Euro festgelegt – deutlich mehr als die ursprünglich gezahlten 2.141,73 Euro. Der Versicherer reagierte umgehend auf diese Feststellung und leistete die entsprechende Nachzahlung.

Fazit: Präzision zahlt sich aus

Dieser Fall zeigt eindrucksvoll, wie wichtig eine detaillierte und nachvollziehbare Berechnung von Schadenskosten für den Versicherungsnehmer ist. In vielen Fällen, insbesondere bei komplexen Schadenbildern wie Rohrbrüchen, können pauschale Berechnungen zu erheblichen Unterschieden führen. Versicherungsnehmer sollten sich im Zweifelsfall nicht scheuen, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen, um sicherzustellen, dass die Schadenbewertung fair und korrekt ist. Eine präzise Berechnung kann sich – wie in diesem Fall – finanziell lohnen.

Ihr L&R FinanzKonzepte Team mit dem Finanzblog für Akademiker

Logo von L&R FinanzKonzepte. Auf der linken Seite ein angedeutetes Haus mit drei Ebenen, auf der rechten Seite der Text L&R FinanzKonzepte. Die Farben sind grün und grau.