Die Bedrohung durch Betrug und Veruntreuung ist für Unternehmen heute realer denn je – ob durch interne oder externe Täter. Kriminelle Handlungen, die oft schwerwiegende finanzielle Schäden verursachen, nehmen stetig zu. Besonders besorgniserregend ist dabei die Tatsache, dass ein Großteil der Betrugsfälle von den eigenen Mitarbeitern ausgeht.
Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind interne Täter für etwa jeden zweiten Betrugsfall in Unternehmen verantwortlich. Da diese Täter oft das Vertrauen ihrer Arbeitgeber ausnutzen und die internen Sicherheitslücken genau kennen, sind die finanziellen Schäden, die sie verursachen, im Schnitt höher als die von externen Angreifern.
Der GDV berichtet, dass die durchschnittlichen Verluste durch interne Täter bei etwa 125.000 Euro liegen. Im Vergleich dazu belaufen sich die Schäden durch externe Täter auf durchschnittlich 80.000 Euro. Diese internen Täter haben nicht nur Zugang zu sensiblen Daten, sondern auch die Möglichkeit, bestehende Sicherheitsprotokolle zu umgehen. Externe Kriminelle hingegen setzen immer raffiniertere Methoden ein, um Unternehmen anzugreifen.
Externe Bedrohungen durch Künstliche Intelligenz
Ein beunruhigender Trend, den der GDV ebenfalls hervorhebt, ist die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) durch externe Betrüger. Diese nutzen fortschrittliche Technologien, um ihre Betrugsmethoden weiterzuentwickeln und zu perfektionieren. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte „Fake-President-Masche“, bei der Kriminelle gefälschte Audio- oder Videodaten verwenden, um sich als Führungskräfte auszugeben. Mit diesen manipulierten Aufnahmen gelingt es ihnen, in Unternehmen einzudringen und hohe Geldbeträge auf fremde Konten umzuleiten. In einigen Fällen treten die Betrüger sogar in Videokonferenzen auf, um den Anschein einer realen Führungskraft zu erwecken und die Mitarbeiter zu täuschen.
Maßnahmen zur Prävention
Um sich vor solchen Angriffen zu schützen, empfiehlt der GDV Unternehmen die Implementierung robuster Kontrollmechanismen. Ein bewährtes Verfahren ist das Vier-Augen-Prinzip bei finanziellen Transaktionen, bei dem jede Überweisung von mindestens zwei Personen genehmigt werden muss. Auch die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter in Bezug auf Sicherheitsrichtlinien sowie die Einrichtung eines Hinweisgebersystems tragen wesentlich zur Prävention bei. Compliance-Beauftragte können zudem eine wichtige Rolle spielen, indem sie sicherstellen, dass alle internen Abläufe den aktuellen Sicherheitsanforderungen entsprechen.
Die Vertrauensschadenversicherung als wichtiger Schutz
Neben präventiven Maßnahmen können Unternehmen sich auch durch eine Vertrauensschadenversicherung vor den finanziellen Folgen von Betrug und Veruntreuung absichern. Diese spezielle Versicherung greift sowohl bei internen als auch externen Straftaten und deckt die entstandenen Verluste ab. Im Jahr 2022/23 betrugen die versicherten Schäden laut GDV rund 450 Millionen Euro. Unternehmen, die sich gegen die wachsenden Risiken von Betrug schützen möchten, sollten daher die Option einer Vertrauensschadenversicherung in Betracht ziehen. Sie stellt nicht nur eine finanzielle Absicherung dar, sondern kann auch dabei helfen, die Auswirkungen von Betrugsfällen auf den Geschäftsbetrieb erheblich zu minimieren.
Fazit
Betrug und Veruntreuung bleiben ernsthafte Bedrohungen für Unternehmen jeder Größe. Während die Angriffe sowohl von innen als auch von außen kommen, zeigt sich, dass präventive Maßnahmen, kombiniert mit einer effektiven Versicherungslösung, einen soliden Schutz bieten. Die Vertrauensschadenversicherung kann dabei einen wesentlichen Beitrag leisten, um Unternehmen vor den gravierenden Folgen von kriminellen Handlungen zu bewahren.
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