Obwohl viele Reiseversicherungen wertvolle Absicherung bei unerwarteten Ereignissen bieten, zeigt ein Fall aus dem Jahresbericht des Versicherungsombudsmanns, dass nicht jedes Risiko abgedeckt ist – insbesondere wetterbedingte Verspätungen. Eine professionelle Beratung kann hierbei helfen, die passende Absicherung für individuelle Reisebedürfnisse zu finden und Missverständnisse bei den Vertragsbedingungen zu vermeiden.
Der Fall: Verpasster Rückflug durch eine wetterbedingte Verzögerung
Eine Reisende verpasste aufgrund einer wetterbedingten Verzögerung eines Schiffslotsen ihren Rückflug und wollte die Kosten für eine zusätzliche Hotelübernachtung über ihre Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung geltend machen. Die Versicherung lehnte jedoch ab, da wetterbedingte Verzögerungen in den Vertragsbedingungen als nicht versicherte Ereignisse definiert waren.
Welche Ereignisse sind in der Regel versichert?
Reiseversicherungen decken üblicherweise nur klar definierte Ereignisse ab, darunter:
• Krankheit und Unfall: Wenn der Reisende oder ein Mitreisender schwer erkrankt oder verunfallt.
• Tod eines nahen Angehörigen: Der Todesfall im näheren Familienkreis zählt häufig zu den gedeckten Risiken.
• Unerwartete Ereignisse im Heimatland: Ereignisse wie ein Brand im eigenen Haus oder eine Naturkatastrophe am Wohnort.
• Schwere Schäden am Reiseziel: Hierzu können Naturkatastrophen oder politische Unruhen zählen, die die Weiterreise unmöglich machen.
Die genauen Bedingungen variieren je nach Anbieter und Tarif.
Warum zahlt die Versicherung nicht bei wetterbedingten Verzögerungen?
Im beschriebenen Fall betonte der Versicherer, dass wetterbedingte Verzögerungen nicht im Versicherungsumfang enthalten seien, um die Prämienhöhe kalkulierbar zu halten. Der Ombudsmann empfahl jedoch, die Vertragsbedingungen verständlicher zu formulieren, damit Versicherte realistische Erwartungen an ihre Deckung haben.
Zusatzversicherungen: Wann sie sinnvoll sind
Für Vielreisende oder Personen, die bei ihrer Reise mehrere Verkehrsmittel kombinieren, kann es sinnvoll sein, eine Police zu wählen, die auch wetterbedingte Verzögerungen und Streiks abdeckt. Solche Zusatzversicherungen sind oft ratsam, wenn häufige Klimaextreme oder enge Umstiegszeiten Teil der Reiseplanung sind.
Die verschiedenen Arten von Reiseversicherungen und ihre Leistungen
1. Reiserücktrittsversicherung: Diese schützt vor den Kosten einer Stornierung vor Reiseantritt.
2. Reiseabbruchversicherung: Deckt Zusatzkosten, wenn eine Reise nach Antritt abgebrochen werden muss.
3. Reisekrankenversicherung: Übernimmt Behandlungskosten im Ausland.
4. Gepäckversicherung: Sichert gegen Verlust oder Diebstahl von Gepäck ab.
5. Versicherung für Reiseverzögerungen: Übernimmt Zusatzkosten bei Flugverspätungen oder -ausfällen. Wetterbedingte Ereignisse sind jedoch oft ausgeschlossen.
Tipps für die Wahl der passenden Reiseversicherung
Um die richtige Reiseversicherung zu wählen, sind folgende Aspekte zu beachten:
• Leistungsumfang: Achten Sie darauf, dass die Police alle gewünschten Leistungen bietet.
• Versicherungssumme und Selbstbehalt: Die Versicherungssummen sollten die vollständige Absicherung der Reise ermöglichen.
• Laufzeit und Flexibilität: Häufig reisende Personen profitieren oft von Jahresverträgen.
• Service und Erreichbarkeit: Eine gute Erreichbarkeit und schnelle Bearbeitung sind im Schadensfall entscheidend.
Fazit
Eine Reiseversicherung bietet eine wertvolle Absicherung und kann im Ernstfall hohe Kosten vermeiden. Wer die Leistungen im Detail kennt und mit professioneller Beratung die richtige Absicherung wählt, ist auf der sicheren Seite und vermeidet unangenehme Überraschungen im Schadensfall.
Ihr L&R FinanzKonzepte Team mit dem Finanzblog für Akademiker
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