Wenn im Frühling die Natur erwacht, steigt nicht nur die Temperatur – auch auf den Straßen nimmt die Gefahr für Wildunfälle spürbar zu. Besonders in den Monaten April und Mai verzeichnen Versicherer regelmäßig einen Anstieg von Zusammenstößen zwischen Fahrzeugen und Wildtieren.
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) über 280.000 Wildunfälle registriert – und die Tendenz ist weiter steigend.
Warum ist das Frühjahr so gefährlich?
Gerade in den frühen Morgenstunden und in der Dämmerung sind Rehe, Wildschweine und andere Tiere besonders aktiv. Die Suche nach Futter führt sie dabei häufig über Landstraßen, Felder und Waldgebiete – und damit direkt in den Bereich des Berufsverkehrs. Die Zeitumstellung verstärkt diesen Effekt, da viele Pendler nun wieder bei Dunkelheit oder in der Dämmerung unterwegs sind.
Hinzu kommt: Wildtiere sind oft unberechenbar. Ein Reh steht selten allein am Straßenrand. Folgt dem ersten Tier noch ein zweites oder drittes, kann es schnell brenzlig werden.
Richtiges Verhalten kann Schlimmeres verhindern
Wer aufmerksam und vorausschauend fährt, kann in vielen Situationen schlimmere Unfälle vermeiden. Doch auch bei einem plötzlichen Wildwechsel gilt: Ausweichen ist meistens die schlechteste Option. Ein kontrollierter Bremsvorgang – mit beiden Händen fest am Lenkrad – reduziert das Verletzungsrisiko deutlich. Ein Aufprall mit einem anderen Fahrzeug oder ein Baumcrash ist meist gefährlicher als der Zusammenstoß mit einem Tier.
So verhalten Sie sich richtig:
• Geschwindigkeit reduzieren – vor allem an unübersichtlichen Stellen.
• Bei Wildwechsel-Warnschildern besonders aufmerksam fahren.
• Licht abblenden und hupen, um Tiere zu vertreiben.
• Nicht mit Fernlicht blenden – Wildtiere bleiben sonst oft wie erstarrt stehen.
• Nach einem Unfall: Unfallstelle sichern, Polizei verständigen und eine Wildunfallbescheinigung einholen.
• Schäden und Unfallhergang möglichst genau dokumentieren.
Wie hilft die Kfz-Versicherung im Schadensfall?
Ein Wildunfall ist unerfreulich – aber gut abgesichert deutlich weniger dramatisch. Doch welche Versicherung greift eigentlich bei Schäden am Auto?
Kfz-Haftpflichtversicherung – gesetzlich vorgeschrieben
Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland Pflicht. Sie kommt allerdings nur für Schäden auf, die Sie mit Ihrem Fahrzeug bei Dritten verursachen – also z.B. bei Sach- oder Personenschäden nach einem Unfall.
Schäden am eigenen Fahrzeug, etwa durch einen Wildunfall, sind hier jedoch nicht abgedeckt.
Teilkaskoversicherung – Schutz bei Wildunfällen
Deutlich umfassender ist eine Teilkaskoversicherung. Sie übernimmt unter anderem Schäden durch:
• Zusammenstöße mit Haarwild (wie Rehen, Wildschweinen, Füchsen)
• Glasbruch (z.B. durch Steinschlag)
• Brand oder Explosion
• Diebstahl oder Einbruch
• Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung
Viele Versicherer bieten heute auch Schutz bei Unfällen mit anderen Tierarten wie Pferden, Rindern oder Hunden – ein genauer Blick in die Vertragsbedingungen lohnt sich.
Vorteil: Ein Schadenfreiheitsrabatt wird bei Teilkaskoschäden in der Regel nicht belastet.
Vollkaskoversicherung – Rundumschutz auch bei selbstverschuldeten Schäden
Noch umfassender ist der Schutz durch eine Vollkaskoversicherung. Sie deckt zusätzlich auch selbstverschuldete Unfälle oder Vandalismus ab. Gerade bei neueren oder wertvollen Fahrzeugen ist dieser Schutz oft sinnvoll.
Wildunfälle sind nicht nur gefährlich – sondern auch teuer
Mit durchschnittlich 3.850 Euro pro Schaden und Gesamtkosten von mehr als einer Milliarde Euro jährlich sind Wildunfälle nicht nur gefährlich, sondern auch teuer. Besonders kostspielig wird es, wenn nicht nur die Karosserie betroffen ist, sondern auch sicherheitsrelevante Bauteile wie Scheinwerfer, Sensoren, Kühler oder Windschutzscheiben beschädigt werden. Bei modernen Fahrzeugen mit Assistenzsystemen können die Reparaturkosten schnell deutlich über dem Durchschnitt liegen.
Umso wichtiger ist es, sich nicht nur auf das eigene Fahrverhalten zu verlassen, sondern auch den passenden Versicherungsschutz zu haben – denn dieser schützt im Ernstfall nicht nur vor hohen Kosten, sondern auch vor unnötigem Stress.
Unser Fazit: Vorsicht ist besser als Nachsicht – und der passende Schutz beruhigt
Wildunfälle sind vor allem im Frühjahr ein oft unterschätztes Risiko. Wer umsichtig fährt und eine passende Kfz-Versicherung abgeschlossen hat, ist für den Ernstfall deutlich besser vorbereitet.
Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihren Versicherungsschutz regelmäßig zu überprüfen und optimal an Ihre individuelle Situation anzupassen.
Ihr L&R FinanzKonzepte Team mit dem Finanzblog für Akademiker
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