Hobby Motorboot: Nur mit ausreichend Haftpflicht-Schutz

Die Begeisterung für Motorboote wächst in Deutschland stetig. Laut dem Bundesverband Wassersportwirtschaft (BVWW) waren 2023 rund 1,2 Millionen Motorboote registriert, was einem Anstieg von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Besonders bemerkenswert ist, dass fast die Hälfte der deutschen Motorbootbesitzer ihre Boote auch im Ausland nutzt. Diese Entwicklung unterstreicht die Wichtigkeit eines umfassenden Haftpflichtschutzes.

Haftpflicht in Deutschland: keine Pflicht, aber äußerst ratsam
Standard-Haftpflichtversicherungen decken oft nur Ruder-, Paddel- und Tretboote ab, während Motorboote nicht eingeschlossen sind. Obwohl es in Deutschland keine Pflichtversicherung für Motorboote gibt, ist eine spezielle Motorboot-Haftpflichtversicherung dringend zu empfehlen.

Unfälle mit Motorbooten können erhebliche Schäden verursachen, sowohl Sach- als auch Personenschäden. Man stelle sich vor, ein Motorboot kollidiert durch eine Unachtsamkeit mit einem anderen Boot und verursacht schwere Verletzungen oder sogar eine Behinderung bei den Beteiligten. Solche Vorfälle können den Verursacher finanziell ruinieren, da die Schäden ähnlich gravierend wie bei Pkw-Unfällen sein können. Daher empfiehlt die Stiftung Warentest eine Deckungssumme von mindestens drei Millionen Euro für die Bootshaftpflichtversicherung.

In manchen Ländern ist die Bootshaftpflicht eine Pflichtversicherung
In einigen Ländern wie Italien, Spanien, Kroatien und der Schweiz ist die Bootshaftpflichtversicherung verpflichtend:
• Kroatien: Die Deckungssumme beträgt etwa 470.000 Euro. Vor Ort abgeschlossene Policen decken meist nur Personenschäden im Wasser (Schwimmer, Taucher) ab. Daher ist es ratsam, bereits in Deutschland eine Versicherung mit höherer Deckung abzuschließen.
• Spanien: Die Mindestdeckungssumme liegt bei 336.568 Euro, was Experten als unzureichend betrachten.
• Schweiz: Hier beträgt die vorgeschriebene Deckungssumme 2 Millionen Franken (ca. 2,06 Millionen Euro) für Personen- und Sachschäden.
• Italien: Die geforderten Summen sind am höchsten: 6,45 Millionen Euro für Personenschäden und 1,30 Millionen Euro für Sachschäden. Auch bei bestehenden Haftpflichtversicherungen sollte geprüft werden, ob die Deckungssumme den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Boot mieten: hier kann eine Wassersportversicherung für Boote helfen
Bei der Anmietung eines Bootes im Urlaub ist dieses meist vor Ort versichert. Doch wie das Beispiel Kroatien zeigt, können die Deckungssummen manchmal sehr niedrig sein. Deshalb kann eine zusätzliche Wassersportversicherung sinnvoll sein, die auch dann leistet, wenn man mit einem fremden Boot einen Schaden verursacht. Für eine fundierte Beratung sollte man sich an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Fazit
Ein ausreichender Haftpflichtschutz ist für Motorbootbesitzer essenziell, um sich vor den finanziellen Folgen von Unfällen zu schützen. Eine gründliche Prüfung und Auswahl der richtigen Versicherungspolice kann vor bösen Überraschungen bewahren und den sorgenfreien Genuss des Motorbootfahrens sicherstellen.

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