Ferienimmobilien: Gut vermietet, schlecht versichert?

Immer mehr Menschen investieren in Ferienhäuser – sei es als Altersvorsorge, zur Kapitalanlage oder als Zweitwohnsitz mit Vermietungspotenzial. Die Objekte liegen nicht selten in gefragten Urlaubsregionen wie der Nordsee, den Alpen oder auf Inseln in Südeuropa. Doch was viele Eigentümer unterschätzen: Mit der gewerblichen Nutzung steigen nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Risiken – und diese sind häufig nur unzureichend abgesichert.

Vermietung als Geschäftsmodell
Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Appinio im Auftrag von Hiscox (März 2025) wird inzwischen fast jede zweite Ferienimmobilie überwiegend oder ausschließlich gewerblich vermietet. Viele Eigentümer erzielen dabei jährliche Einnahmen im fünfstelligen Bereich – teils sogar mehr als 300.000 Euro. Insbesondere in Ländern wie Deutschland, Österreich, Spanien und Kroatien betreiben viele mehrere Objekte parallel und investieren zunehmend in Komfort und Technik. Ausstattungsmerkmale wie Saunen, Whirlpools, Smart-Home-Systeme oder E-Ladestationen sind längst keine Ausnahmen mehr, sondern häufig Standard.

Hohe Nutzung, hohes Risiko
Mit der professionellen Vermietung gehen aber auch neue Gefahren einher. 87 Prozent der befragten Eigentümer berichten von bereits eingetretenen Schäden an ihrer Immobilie. Die häufigsten Ursachen sind laut Umfrage Diebstahl, Vandalismus oder unsachgemäße Nutzung durch Gäste. Besonders problematisch: Zwei Drittel der Geschädigten blieben zumindest teilweise auf den Kosten sitzen – entweder, weil der Schaden nicht versichert war oder weil die Versicherung keine Leistung erbrachte.

Technische Ausstattung ist kein Ersatz
Zwar setzen viele Vermieter auf technische Sicherheitslösungen wie Alarmanlagen oder Brandschutzsysteme. Doch Technik allein genügt nicht. Die Mehrheit verlässt sich auf Standard-Hausrat- oder Gebäudeversicherungen. Eine Ertragsausfallversicherung – etwa zur Absicherung von Mietausfällen nach einem Schaden – haben hingegen nur wenige abgeschlossen, obwohl sie gerade für gewerblich genutzte Objekte von großer Bedeutung wäre.

Versicherungsbedingungen oft nicht geeignet
Ein zentrales Problem liegt in den Versicherungsbedingungen selbst: Viele Policen setzen voraus, dass der Eigentümer regelmäßig vor Ort ist – eine Bedingung, die bei Ferienhäusern selten erfüllt wird. Zudem sind Standardverträge häufig nicht auf die gewerbliche Nutzung zugeschnitten. Wer ausschließlich oder überwiegend vermietet, sollte deshalb nicht nur in Ausstattung und Technik investieren, sondern auch den Versicherungsschutz kritisch prüfen und gezielt anpassen lassen.

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