Elementarschäden nehmen zu – sichern Sie Ihr Zuhause richtig

Naturkatastrophen sind längst keine regionalen Ausnahmeereignisse mehr. Der Klimawandel verstärkt Extremwetterlagen – und stellt Eigentümerinnen und Eigentümer vor neue Anforderungen an Schutz und Prävention.

Unwetter, Überschwemmung, Starkregen – die Risiken für Wohnimmobilien nehmen stetig zu. Im Jahr 2024 summierten sich die versicherten Schäden durch Naturgefahren in Deutschland auf rund 5,7 Milliarden Euro. Besonders betroffen waren Bayern und Baden-Württemberg mit je 1,6 Milliarden Euro, gefolgt von Nordrhein-Westfalen. Allein durch Starkregen und Hochwasser entstanden 2,6 Milliarden Euro an Schäden – etwa doppelt so viel wie im langjährigen Mittel.

1. Standardversicherung greift oft nicht
Die klassische Wohngebäudeversicherung deckt nur Grundgefahren wie:

• Feuer
• Leitungswasser
• Sturm
• Hagel

ab. Schäden durch Naturereignisse wie Hochwasser, Rückstau, Erdbeben oder Erdrutsche sind darin nicht enthalten.

Wer sich umfassend absichern möchte, braucht eine Elementarschadenversicherung. Diese kann zusätzlich abgeschlossen werden – entweder als Baustein zur Gebäude- oder Hausratversicherung.

2. Was genau ist eine Elementarschadenversicherung?

Diese Police deckt Schäden ab durch:

• Überschwemmung / Hochwasser
• Starkregen
• Rückstau
• Lawinen & Schneedruck
• Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch
• Vulkanausbruch

Wichtig: Damit die Versicherung bei Rückstau greift, muss oft ein Rückstauventil vorhanden und gewartet sein. Auch Schäden am Hausrat sind je nach Tarif mitversichert.

Versicherer nutzen zur Risikobewertung das ZÜRS-GIS-System. Dieses teilt Wohnlagen in vier Gefährdungsklassen ein – von Zone 1 (niedrigstes Risiko) bis Zone 4 (hohes Risiko). In Zone 4 kann der Versicherungsschutz eingeschränkt oder abgelehnt werden.

Laut GDV haben nur etwa 50 % der Wohngebäude in Deutschland einen aktiven Elementarschutz. Dabei sind Schäden oft existenzbedrohend – besonders wenn keine Rücklagen vorhanden sind.

3. Prävention: Mehr als nur ein Versicherungsabschluss

Neben einer passenden Versicherung hilft auch bauliche Vorsorge. Empfehlenswerte Maßnahmen:

• Rückstausicherungen in der Kanalisation
• druckwasserdichte Kellerfenster & Türen
• erhöhte Lage wichtiger Technik (z. B. Heizkessel)
• wasserdichte Versiegelung bodennaher Öffnungen
• Hangabsicherungen oder Entwässerungssysteme

Zunehmend investieren auch Kommunen in Hochwasserschutz, z. B. durch:

• Entsiegelung von Flächen
• Rückhaltebecken
• begrünte Dächer
• Frischwasserkanäle

Wer sein Gebäude vorbeugend anpasst, senkt nicht nur das Risiko, sondern häufig auch die Versicherungsprämie – insbesondere in gefährdeten Regionen.

4. Fazit: Risiken verstehen, Verantwortung übernehmen

2024 zeigt deutlich: Wetterextreme und Naturgefahren sind real und kostspielig. Eine kombinierte Strategie aus Versicherung und Prävention ist der beste Weg für Immobilienbesitzer, um im Ernstfall nicht auf den Schäden sitzenzubleiben.

Eine professionelle Beratung hilft dabei, Versicherungen sinnvoll zu gestalten, Risiken korrekt einzuschätzen und bauliche Schutzkonzepte umzusetzen. So wird das Eigenheim zukunftssicher – auch in Zeiten zunehmender Klimarisiken.

Ihr L&R FinanzKonzepte Team mit dem Finanzblog für Akademiker

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